Seltene Taschenuhr sorgt für Überraschung – und lehrreiche Momente

Bares für Rares: Seltene Taschenuhr enthüllt überraschende Geschichte – und sorgt für lehrreichen Moment

In der ZDF-Kultshow Bares für Rares geht es längst nicht nur um den schnellen Verkauf, sondern oft auch um faszinierende Geschichten, die hinter den Objekten stecken. In der aktuellen Ausgabe brachte Kandidat Martin ein außergewöhnliches Stück mit – eine Taschenuhr, die sich als kleine Sensation entpuppte und sogar Moderator Horst Lichter kurz sprachlos machte.

Auf den ersten Blick wirkte die Uhr aus brüniertem Stahl wie ein klassisches Sammlerstück aus dem späten 19. Jahrhundert. Tatsächlich stammt sie aus den Jahren 1885 bis 1890. Doch was zunächst wie eine gewöhnliche Uhr erschien, entpuppte sich schnell als technisches Meisterwerk.

Experte Patrick Lesmann klärte auf: Bei der Uhr handelt es sich um eines der ersten Digitalmodelle der Welt – entstanden lange, bevor Quarzuhren oder gar Smartwatches das Bild bestimmten. „Digital bedeutet schlicht, dass die Zeit in Zahlen angezeigt wird. Und genau das macht diese Uhr“, erklärte Lesmann. Statt Zeigern besaß die Rarität ein graviertes Messingzifferblatt, auf dem die Zeit mithilfe des sogenannten Palweber-Systems dargestellt wurde – eine technische Revolution ihrer Zeit.

Horst Lichter konnte seinen Augen kaum trauen und witzelte, er fühle sich fast auf den Arm genommen. „Da fehlen doch die Zeiger!“, rief er überrascht. Doch schnell wurde ihm klar: Hier hielt er ein echtes Stück Uhrengeschichte in den Händen.

Der Hersteller der Rarität war kein Geringerer als der Schweizer Uhrenfabrikant und Politiker Gédéon Thommen (1831–1890). Thommen war bekannt für Präzision, Innovationsgeist und technische Raffinesse – und genau das spiegelte auch diese Uhr wider.

Für Martin war klar, dass dieses Stück nicht nur einen ideellen, sondern auch einen materiellen Wert haben musste. Sein Wunschpreis lag zwischen 800 und 1.500 Euro. Doch Experte Lesmann dämpfte die Erwartungen: „Realistisch sind 600 bis 800 Euro.“

Mit dieser Einschätzung zog Martin in den Händlerraum – und tatsächlich entwickelte sich dort ein spannendes Bietergefecht. Die Händler erkannten schnell die Besonderheit des Stücks, auch wenn nicht jeder bereit war, tief in die Tasche zu greifen. Schließlich war es Händler Benjamin Leo, der die Uhr für 650 Euro erwarb.

Für Martin war das zwar weniger als erhofft, doch er zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich, dass die Uhr in gute Hände kommt.“ Und die Zuschauer erlebten einmal mehr, dass bei Bares für Rares nicht nur die Summen zählen, sondern auch die Geschichten, die jedes Objekt mitbringt.

Die seltene Digitaluhr aus dem 19. Jahrhundert war dafür das perfekte Beispiel: Sie erinnerte daran, dass Innovationen oft viel älter sind, als man denkt – und dass der wahre Wert eines Schatzes manchmal in der Geschichte steckt, die er erzählt.

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