„Bares für Rares“ Händler drehen bei 100 Jahre altem Brillantring durch

Bares für Rares: Erbstück-Ring sorgt für Atemstillstand – 3,24 Karat Brillant entfacht hitziges Bietergefecht

Manchmal genügt ein einziger Augenblick, um alle im Raum den Atem anhalten zu lassen. Genau so ein Moment ereignete sich in der jüngsten Ausgabe von Bares für Rares, als Andrea und Michael Weinmann aus Essenbach ein Schmuckstück präsentierten, das über Jahrzehnte hinweg im Verborgenen lag – und schließlich für Staunen und Spannung sorgte.

Im Pulheimer Walzwerk packte Andrea vorsichtig einen Ring aus, den sie von ihrer Großtante geerbt hatte. Über 40 Jahre hatte das Erbstück ungenutzt in einer Schatulle geschlummert.

„Der lag jetzt die letzten 46 Jahre dort – und soll nicht noch mal 46 Jahre herumliegen“, erklärte Andrea mit einem Lächeln.

Schon beim ersten Anblick verschlug es Moderator Horst Lichter die Sprache. „Alter Schwede!“, entfuhr es dem 63-Jährigen, als er den Ring in Händen hielt. Und tatsächlich: Der prachtvolle Brillantring hatte es in sich.

Expertin Heide Rezepa-Zabel datierte das Stück in die 1930er-Jahre. Gefertigt aus 585er Gold mit Platinauflage, trug der Ring ein edel gearbeitetes Krönchen, in dem ein seltener Brillant thronte – satte 3,24 Karat schwer.

„Das ist nicht nur ein Schmuckstück, das ist ein Stück Geschichte“, schwärmte die Expertin.

Andrea und Michael hofften auf 15.000 bis 18.000 Euro. Rezepa-Zabel bremste vorsichtig, schätzte den Wert aber dennoch auf beachtliche 12.000 bis 14.000 Euro. Die Verkäufer waren begeistert – eine stolze Summe für ein Stück, das jahrzehntelang unbeachtet im Dunkeln gelegen hatte.

Im Händlerraum nahm das Spektakel dann richtig Fahrt auf. Fabian Kahl eröffnete das Bieten mit vergleichsweise bescheidenen 3.000 Euro.

Doch schnell wurde klar: Dieser Ring würde nicht bei einer solchen Summe verharren. Die Gebote kletterten Schlag auf Schlag nach oben, jeder Händler wollte ein Stück dieses Schatzes ergattern.

Besonders eine Händlerin war wie elektrisiert: Susanne Steiger. Mit funkelnden Augen prüfte sie den Ring, drehte ihn zwischen den Fingern – und konnte ihren Enthusiasmus kaum verbergen.

Plötzlich verlor sie die Geduld. Mit einer energischen Geste hob sie beide Hände und rief laut in den Raum: „10.000 Euro!“ Ein klares Signal: Sie wollte diesen Ring unbedingt.

Von diesem Moment an entwickelte sich ein packendes Duell. Auf der einen Seite Susanne Steiger, bekannt für ihre Leidenschaft für außergewöhnlichen Schmuck. Auf der anderen Wolfgang Pauritsch, erfahrener Auktionator und Stratege. Gebot um Gebot lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Spannung ins Unermessliche trieb.

Doch am Ende bewies Steiger den längeren Atem – und die größere Entschlossenheit. Bei 16.000 Euro war Schluss. Pauritsch gab sich geschlagen, der Zuschlag ging an die Juwelierin aus Kerpen.

Die Freude bei Andrea und Michael war riesig. Ihr geerbtes Schmuckstück hatte nicht nur Erinnerungen geweckt, sondern auch eine stolze Summe eingebracht. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagten sie strahlend.

Für Susanne Steiger war der Kauf mehr als nur ein Geschäft. Es war die Eroberung eines Stücks Geschichte – eines Rings, der fast ein Jahrhundert lang Menschen fasziniert hatte. „Das gibt es nicht oft“, staunte auch Horst Lichter.

So endete die Reise eines Erbstücks, das Jahrzehnte unbeachtet blieb und schließlich im Scheinwerferlicht von Bares für Rares seine wahre Strahlkraft entfaltete. Ein Moment, der zeigte: Manchmal schlummern die größten Schätze ganz nah – verborgen in einer alten Schatulle, bis jemand den Mut hat, sie ans Licht zu bringen.

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